| In
den USA und dem englischsprachigen Ausland wachsen jeden Monat
Kleinanzeiger aus dem Boden, deren Herausgeber Inserenten und
Bezieher suchen. Als Anreiz und zum Füllen der ersten Seiten werden
den neuen Kunden nicht selten kostenlose Testinserate angeboten.
Wenn dazu der Anzeigenauftrag noch aus dem Ausland kommt, wird das
für den Herausgeber gern als "Aushängeschild" für die
Beliebtheit seines Blattes und dessen Seriosität angesehen.
Interessante Angebote für
kostenlose Insertion oder das Versenden von Prospekten finden sich -
in englischer Sprache - unter anderem in folgenden Publikationen:
Popular Advertiser
993 Meadowlawn Drive, Salem, OR
97301, USA
USA Mail Sale Advertiser
828 Fullerton Ave., Chicago, lL
60614, USA
Canadian Mail Advertiser
90 Earl Street, Hamilton, Ont.,
Canada
Fordern Sie von dort zunächst ein
Probe- oder Musterexemplar an. Ihr Schreiben sollte mit gedrucktem
Briefkopf erfolgen und etwa folgendermassen (oder ähnlich) lauten:
Ihr gedruckter Firmen-Briefkopf mit
Name, Anschrift und Telefon-Nummer
(Name und Adresse des Empfängers)
Dear Sirs,
We have taken notice of your
special publication (Name der Publikation).
Please send us a sample copy
together with your conditions for annual subscription and
advertising.
Thank you for your prompt reply.
Yours faithfully
(Unterschrift)
Zu deutsch heisst das etwa:
Sehr geehrte Herren,
wir haben Kenntnis erhalten von
Ihrer Zeitschrift (Name der Zeitschrift).
Bitte senden Sie uns ein
Musterexemplar mit Ihren Konditionen für ein jährliches Abonnement
und Anzeigenwerbung zu.
Danke für Ihre umgehende Antwort.
Mit freundlichem Gruss
Zur besseren Beachtung macht es
sich gut, wenn Sie einen Internationalen Antwortschein (erhältlich
an jedem Postschalter) beifügen. Schicken Sie dann Ihren Brief
möglichst per Luftpost an die besagten Adressen.
Nach Erhalt der Hefte und
Anzeigenblätter werden Sie an die hundert interessante Angebote
finden, von denen sicher einige kostenlose Insertion oder
Prospektversand anbieten.
Sollten Ihnen die angegebenen
Adressen nicht genügen, suchen Sie sich Anbieter von "Big
Mails" heraus. Diese Firmen schicken Ihnen für 1 Dollar einen
grossen Umschlag zu, der mit Kleinanzeigern, Flugblättern,
Zeitschriften und Prospekten vollgestopft ist.
In diesen "Big Mails"
finden Sie in der Regel weitere Publikationen, die Sie mit dem o.a.
Text ebenfalls anfordern können. Bitten Sie gleichzeitig oder bei
einer zweiten Zuschrift um die Aufnahme Ihrer beigefügten
Gratisanzeige zu Testzwecken. Weisen Sie darauf hin, dass Sie
erwägen, bezahlte Inserate zu schalten, wenn der Erfolg akzeptabel
ist. Der Text könnte etwa folgendermassen lauten:
Ihr gedruckter Firmen-Briefkopf mit
Name, Anschrift und Telefon-Nummer
(Adresse des Empfängers)
Dear Sirs,
If possible, please run the
following ad-text in the next issue of your publication.
As soon as reasonable results come
in, we're willing to continue advertising at your regular ad-rates.
Thank you!
Greetings
(Unterschrift)
Zu deutsch heisst das:
Sehr geehrte Herren,
wenn möglich, veröffentlichen Sie
bitte den folgenden Anzeigentext in der nächsten Ausgabe Ihrer
Publikation. Sobald sich erste ernstzunehmende Resultate einstellen,
sind wir gern bereit, Inserate zu den regulären Anzeigenpreisen
aufzugeben.
Vielen Dank!
Freundliche Grüsse
(Unterschrift)
Danach müsste dann Ihr Text
(natürlich in englischer Sprache) erscheinen, der aber nicht mehr
als 30-40 Worte umfassen sollte. Überlegen Sie genau, was Sie
anbieten wollen und wählen Sie eine markante und kurze
Erläuterung. Wägen Sie jedes Wort genau ab.
Falls Sie Tausch, nämlich
Anzeigenraum gegen Prospektversand, wünschen, fügen Sie unter
Ihrer Adresse den Hinweis (PIMAS) oder (PIM-300) an. In der
US-Werbesprache bedeutet das: P = please, I = insert, M = my, A =
ad, S = send all your circulars for free mailing. Zu gut deutsch
etwa: "Bitte veröffentlichen Sie mein Inserat und senden Sie
Ihre Prospekte zum freien Versand durch mich."
Können oder wollen Sie nur eine
bestimmte Menge zum kostenlosen Versand bzw. Tausch übernehmen,
schreiben Sie (PIM-300) oder eine andere Zahl als akzeptierte
Prospektmenge. Bei gewünschtem Anzeigentausch setzen Sie an das
Ende Ihres Inserats (PIM-X-Ad).
Das heisst: Bitte bringen Sie mein
Inserat und senden Sie mir Ihr Austauschinserat zur freien
Veröffentlichung in meinem Blatt. Der Buchstabe X steht dabei für
Tausch (exchange). Wenn Sie statt Inserate Prospekte tauschen
wollen, gilt der Hinweis: (X-100-500) = senden Sie 100-500 Prospekte
zum Tauschversand.
Heisst es (X-100-500-9x12), will
man andeuten, dass man Prospekte in der Grösse 9x12"(inch)
d.h. DIN A4-Prospekte tauschen will. Meistens werden jedoch kleinere
Mails getauscht (3x6) oder (6x9). Wie schon erwähnt, geschieht die
Sache auf Vertrauensbasis und wird meistens von kleineren
Versandfirmen und Verlagen angeboten und durchgeführt.
Sofern Sie bereit sind, für die
von Ihnen angebotenen Artikel eine Vermittlungsprovision zu
gewähren (englisch: commission), erreichen Sie in den meisten
Fällen eine 100%ige Aussendung. Die Abrechnung der "commission"
geschieht dadurch, dass der Aussender von den eingehenden
Bestellungen seine Provision einbehält und den Restbetrag +
Bestelleradresse zur Direktauslieferung (drop-shipping) an Sie gibt.
Da Sie erst dann etwas liefern,
wenn Sie Vorkasse erhielten, ist diese Form des Prospektversands
für Sie ebenfalls kostenlos. Dennoch sollte man zur Durchführung
dieser Tauschpraktiken sich etwas in der englischen Sprache
auskennen. |